Starkregen / Rückstau : So schützen Sie Ihr Haus

Wir müssen uns auf Sturm und Starkregen in der Zukunft einstellen

Man hört es immer häufiger in den Medien: Starkregen beschädigt Gebäude und Hausratgegenstände, doch was genau steckt hinter der Gefahr Starkregen? Laut des Naturgefahrenreports ist der Starkregen durch den Klimawandel eine immer mehr ernst zu nehmende Bedrohung geworden. Im Norden Deutschlands haben die Niederschläge allein in den letzten 100 Jahren um 25 Prozent zugenommen. Allein im vergangenen Jahr regulierten die Wohngebäude- und Hausratversicherer Schäden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für ihre Kunden. Und das schlechte Wetter bleibt. Diplom-Meteorologe Dominik Jung (38) von „wetter.net“: „Die Unwetter-Serie geht weiter.“

Doch was macht Starkregen so gefährlich für unseren Sachbestand? Durch die hohe Intensität des Regens kann der Boden die hohen Mengen an Regenwasser nicht ausreichend aufnehmen, es kommt zu einer Überschwemmung die Gebäude- und Hausratgegenstände beschädigen kann. Andererseits kann eine Überflutung auch dadurch entstehen, dass die Kanalisation überlastet wird und sich ein Rückstau bildet. Gefährdet sind Waschbecken, Toiletten oder Bodenabläufe, die unterhalb der Straßenebene liegen – bei Überschwemmungen auch höher.

Die Frage die hier nun stellt: Wie kann ich mich gegen diese Gefahr versichern?

Sollte ein Schaden wegen Starkregen am Haus oder den Möbel entstehen, zahlt die Versicherung. Dieser aber nur dann, wenn Sie eine Elementarschadensklausel mitversichert haben. Diese Klausel ist als zusätzlicher Baustein in der Wohngebäude- und Hausratversicherung versicherbar.

Dennoch gibt es zahlreiche und große Unterschiede bei den Versicherungsgesellschaften. Wir als Ihr Versicherungsmakler haben uns einmal im Detail mit diesem Thema auseinandergesetzt und einige Versicherungsgesellschaften auf den Prüfstand gestellt. Hier unterscheiden wir bei Schäden durch Starkregen zwischen Schäden durch Überschwemmung und Rückstau.

 

 

Die allgemeine Definition für Überschwemmung lautet:

Überschwemmung ist die Überflutung des Grund und Bodens des Versicherungsgrundstücks mit erheblichen Mengen von Oberflächenwasser durch

  1. aa) Ausuferung von oberirdischen (stehenden oder fließenden) Gewässern,
  2. bb) Witterungsniederschläge
  3. cc) Austritt von Grundwasser an die Erdoberfläche infolge von aa oder bb

Heißt im Detail:

Liegt ein Starkregen vor kann es zu einer Überschwemmung kommen. Durch die hohe Intensität des Regens kann der Boden die hohen Mengen an Regenwasser nicht ausreichend aufnehmen, es kommt zu einer Überschwemmung die Gebäude- und Hausratgegenstände beschädigen kann. Diese Schäden sind durch den Versicherungsbaustein „Elementar“ mitversichert. Hier muss der Kunde dennoch auf seine „Obliegenheiten“ achten.

Z.B.: Keller sind bei Starkregen am meisten betroffen. Das Wasser kann von der Straße Eingänge oder Fenster überfluten. Um das zu verhindern, sollten Sie dafür sorgen, dass Kellerfenster und Lichtschächte gut abgedichtet sind und dass die Abflüsse an Kellereingängen nicht verstopft sind. Weiteren Schutz gegen Überflutung von der Straße bieten Einbordungen um die Fenster und 15 Zentimeter hohe Schwellen an allen Eingängen – zum Keller wie zum Erdgeschoß. An die Garagentür könnte ein Anstieg führen.

Werden also die „Obliegenheiten“ vom Kunden verletzt oder wird fahrlässig vom Kunden gehandelt kann die Versicherungsgesellschaft eine Schadenszahlung ablehnen. Die Obliegenheiten sind von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft unterschiedlich. Hier muss also individuell geprüft werden, bei welcher Versicherungsgesellschaft der Kunde am besten versichert ist.

 

 

Die allgemeine Definition für Rückstau:

Rückstau liegt vor, wenn Wasser durch Ausuferung von oberirdischen (stehenden oder fließenden) Gewässern oder durch Witterungsniederschläge bestimmungswidrig aus den gebäudeeigenen Ableitungsrohren oder damit verbundenen Einrichtungen in das Gebäude eindringt.

Nicht versicherte Schäden liegen vor, wenn der Kunde eine Obliegenheitsverletzung begeht. (z.B.: kein intaktes Rückstauventil)

Heißt im Detail:

Es gibt einige Versicherungsgesellschaften, die dem Kunden den Versicherungsschutz gegen Rückstau bieten. Damit dieser aber gewährleistet werden kann, muss der Kunde „verschiedene“ Sicherheitsauflagen erfüllen. Wie in unserem Beispiel das intakte Rückstauventil. Sollte der Kunde sich also gegen die Gefahr „Elementar – Rückstau“ versichert haben und es kommt zu einem Schaden, und der Kunde hat seine „Grundvorraussetzungen“ (intaktes Rückstauventil) für den Versicherungsschutz nicht erfüllt, hat er keinen Schutz.

Dieses ist nicht bei jeder Versicherungsgesellschaft der Fall. Es gibt hier zahlreiche Unterschiede im Kleingedruckten. Auf dem Markt der Versicherer gibt es ebenso Gesellschaften, die auf solche „Obliegenheiten“, wie ein intaktes Rückstauventil als Voraussetzung für den Versicherungsschutz, verzichten.

Hier ein Beispiel wie es in der Praxis im Kleingedruckten stehen sollte:

„Wir werden uns nicht auf eine Obliegenheitsverletzung berufen, wenn behördliche Vorschriften über Rückstausicherungen nicht eingehalten wurden.“

 

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Ergebnis:

Je nach Versicherungsgesellschaft ist hier ein Schaden durch Überschwemmung und Rückstau also mitversichert. Es ist jedoch extrem wichtig auf das Kleingedruckte zu achten. Die Überraschung sollte nicht im Schadensfall auftreten.

Wir raten hier also zur Vorsicht. Lassen Sie Ihren Vertrag im Detail prüfen! Der Versicherungsbaustein Elementar heißt nicht direkt, dass Sie in Ihrem individuellen Fall gegen die Gefahren Überschwemmung und Rückstau versichert sind.

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