Die private Krankenversicherung

Was unterscheidet die private und die gesetzliche Krankenversicherung?

Der Preis

Bei der GKV richtet sich der Preis nach dem Einkommen und seit 2009 nach dem einheitlichen Beitragssatz von 15,5%. Der Beitrag richtet sich nicht nach der Anzahl der Versicherten, egal ob Sie Single oder Familienvater sind, der Beitrag ist der gleiche.
Bei der PKV richtet sich der Preis nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Eintrittsalter, dem Geschlecht, den gewünschten Leistungen und dem Gesundheitszustand des Einzelnen. Je Jünger der Versicherte, desto günstiger ist der Preis. In der PKV bezahlt ein 30-Jähriger Mann je nach Leistung ca 150 EUR – 200 EUR pro Monat.

Bei einem Gesetzlich Krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer trägt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Auch privat Krankenversicherte erhalten einen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenvollversicherung und zur Krankenversicherung ihrer nicht erwerbstätigen Familienangehörigen, also z.B. Kinder und Ehefrau. Die Höhe des Zuschusses beträgt die Hälfte des durchschnittlichen Höchstbetrags der gesetzlichen Krankenkasse. Das heißt also: Privat Krankenversicherte erhalten ebenfalls 50% der Krankenversicherungsprämie, jedoch nicht mehr als max. 271,01 Euro monatlich für das Jahr 2011. Ab 2012 aufgrund der angepassten Beitragsbemessungsgrenze 279,23 Euro.

Die Leistung

Die PKV bietet die Chance, im Krankheitsfall die beste medizinische Versorgung
mit den neuesten Behandlungsmethoden bereitzustellen.

– Die Leistungen der GKV sind relativ identisch, ein Leistungsvergleich ist sehr schwierig. Jeder Versicherte einer GKV hat unabhängig vom Beitrag den gleichen Versicherungsschutz.

– In der PKV sind die Leistungsunterschiede enorm. Das fängt damit an, dass man sich die Tarife eines Anbieters ganz nach seinen Wünschen zusammenstellen kann. Innerhalb der PKV unterscheiden sich nicht nur die Tarife, sondern auch die Leistungen der einzelnen Anbieter.

– In der PKV können Sie ihren Versicherungsschutz auf Ihren Bedarf abstimmen. Ob Ihnen ein Mehrbettzimmer genügt oder Sie lieber im Ein- oder Zweibettzimmer liegen, entscheiden Sie selbst. Auch im Zahnbereich oder für einzelne Leistungsarten können Sie sich je nach Lebensstandard, Einkommen und Risikobereitschaft Ihren Vertrag individuell gestalten.

Die Form der Abrechnung anfallender Arztkosten ist unterschiedlich. Bei der GVK gilt das Sachleistungsprinzip, das heißt, der Arzt rechnet direkt mit der gesetzlichen Krankenkasse entsprechend fest vorgeschiebener Gebührensätze ab. Er unterliegt hierbei dem Wirschaftlichkeitsprinzip, die Leistungen müssen zweckmäßig, wirtschaftlich und ausreichend sein. Im Gegensatz dazu setzt die PKV auf die Kostenerstattung. Erstattet werden die im Versicherungsvertrag vereinbarten versicherten Kosten abzüglich der festgelegten Selbstbeteiligung.

Häufig gestellte Fragen

– Selbstständige mit Ausnahme von Landwirten und Künstlern können sich unabhängig vom Einkommen privat oder gesetzlich versichern. Sie müssen sich aber versichern.

– Angestellte mit einem Bruttojahreseinkommen unter der Jahresarbeitsentgeldgrenze sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Diese Personengruppe kann ihre Versorgung durch eine private Zusatzversicherung aufwerten.

– Angestellte die über der Jahresarbeitsentgeldgrenze pro Jahr verdienen können zwischen gesetzlicher und privater Versicherung wählen.

Was ist für wen sinnvoll?
Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden, da es viele Gründe geben kann, das System zu wählen.
– Beitrag: Mit einer privaten Krankenversicherung kann man viel Geld sparen. Müssen Kinder und Ehepartner mitversichert werden, kann die gesetzliche Versicherung günstiger sein. Wird nur ein Partner samt Kindern versichert, weil der andere Partner selbst versichert ist, wird die private Versicherung trotz Kindern günstiger sein. Bei mehr als 3 Kindern verschiebt sich die Sache wieder.

– Leistung: In der privaten Krankenversicherung können Sie Ihren Versicherungsschutz so wählen, wie Sie es sich wünschen. Die Leistung guter Anbieter liegt auf deutlich höherem Niveau als bei den gesetzlichen Kassen.

– Unser Tipp:
Wer gut verdient, sollte überlegen, ob er es sich leisten kann, schlecht versichert zu sein. Ein Selbstständiger, der länger krank ist, weil er nicht die bestmögliche Therapie in Anspruch nehmen kann, hat sicher falsch gehandelt.

Gesetzliche Krankenversicherung

Nach einer Beitragserhöhung besteht vier Wochen lang ein Sonderkündigungsrecht für alle Mitglieder. Die Möglichkeit, eine private Krankenvollversicherung abzuschließen, hat diese Personengruppe nicht. Sie kann aber zu einer günstigeren Kasse wechseln und darüber hinaus eine Zusatzversicherung bei einem privaten Krankenversicherer abschließen, um bessere Leistungen als die Standards der GKV zu erhalten. Freiwillig Versicherte können unter Einhaltung der Kündigungsfrist zu einer gesetzlichen oder privaten krankenversicherung wechseln. Zwei Monate nach Ende des Kündigungsmonats kann der Versicherte in die neue Kasse eintreten.

Private Krankenversicherung
Bei den privat Versicherten richtet sich die Kündigungsfrist nach dem gewählten Tarif. In der Regel muss 3 Monate zum Ablauf der Mindestlaufzeit.

Unser Tipp:
Kündigen Sie erst, nachdem Sie eine schriftliche Bestätigung vorliegen haben, dass Sie ein anderer Versicherer aufnimmt. Es kann Ihnen sonst passieren, dass Sie beim derzeitigen Versicherer gekündigt haben und ein anderer Versicherer Sie nicht aufnimmt.

Bei einer privaten Krankenvollversicherung übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrages. Er zahlt jedoch nicht mehr, als für die gesetzliche Krankenversicherung. Der Höchstzuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung beträgt (West und Ost) max. 268,28 Euro monatlich für das Jahr 2012 (Krankenversicherung und 35,83 Euro Pflegeversicherung). Ihr Vorteil liegt darin, dass sich der Arbeitgeber auch an den Beiträgen für erhöhte Leistungen, wie Unterkunft im Ein- oder Zweibettzimmer, privatärztliche Behandlung, höheres Krankentage- und Krankenhaustagegeld sowie für eine Kurkosten- und eine Pflegekrankenversicherung beteiligt. Gesetzlich Versicherte müssen die Beiträge für Zusatzversicherungen selbst bezahlen.
Auf Preissteigerungen müssen sich alle einstellen, egal ob gesetzlich oder privat versichert. Dies liegt vor allem daran, dass die Kosten für die medizinische Versorgung immer weiter steigen. Die Tatsache, dass die Menschen immer länger leben und demzufolge länger medizinisch versorgt werden müssen, treibt die Kosten weiter nach oben.

Betrachtet man den Beitragsverlauf der letzten 20 Jahre, so sind die Beitragssteigerungen der privaten (PKV) und der gesetzlichen (GKV) Krankenversicherung auf ungefähr gleichem Niveau. Die durchschnittliche jährliche Beitragserhöhung der privaten Krankenversicherer betrug in den vergangenen 15 Jahren durchschnittlich 4,94%. Wer als besser verdienender Angestellter statt dessen freiwillig bei einer gesetzlichen Kasse geblieben ist, von dem wurden im selben Zeitraum jährlich rund 3,95% pro Jahr mehr für die Gesundheitserhaltung verlangt. Zu beachten ist hierbei, dass die GKV in diesem Zeitraum erhebliche Leistungskürzungen eingeführt hat.

Steigende Beiträge..
… und stabiler Beitragssatz von 15,5%?

Im Gesundheitswesen droht eine Explosion der Beiträge. Nach Expertenansicht könnte der GKV-Beitrag langfristig auf 30% steigen.

Hintergrund ist ein Urteil des EuGH vom Oktober 2000. Danach müssen die Bereitschaftsdienste der Krankenhäuser künftig als Arbeitszeit gewertet werden. Hierdurch würden Mehrkosten von ca. 1 Mrd. Euro pro Jahr anfallen.

Experten warnten bei einer Tagung der Enquete-Kommission zum Thema „Demographischer Wandel“ vor einer massiven Verschärfung der Finanznöte der Kassen. Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen, mitverursacht durch die immer bessere medizinische Versorgung, drohe der Beitrag nach Expertenansicht gewaltig nach oben zu klettern. Beitragssätze könten von derzeit 15,5% auf 20 oder gar 30% ansteigen.

Wie lange der einheitliche Beitragssatz von 15,5% stabil bleibt ist allerdings offen. Für das Jahr 2009 wird der Staat vier Milliarden Euro in den Gesundheitsfonds legen. Es ist geplant diesen Betrag jährlich um 1,5 Milliarden anzuheben.

Was tun die Versicherer gegen steigende Beiträge im Alter?
Die gesetzlichen Kassen berücksichtigen die Tatsache der steigenden Lebenserwartungen derzeit nicht, da sie nach dem Umlageverfahren arbeiten.

Die privaten Kassen berücksichtigen die steigende Lebenserwartung in ihren Kalkulation. Weil Senioren mehr ärztliche Leistungen benötigen, werden Teile der Versichertenbeiträge in sogenannten Altersrückstellungen verzinslich angesammelt. Im Rentenalter werden die Rückstellungen nach und nach aufgelöst, um stark steigende Prämien zu vermeiden.

Zusätzlich wird in der privaten Krankenversicherung ein Beitragszuschlag von 10% erhoben. Dieser wird ab dem 65. Lebensjahr zum Einfrieren der monatlichen Beiträge eingesetzt.

Verlangt ein Versicherer nach erfolgter Risikoprüfung einen Beitragszuschlag oder einen Leistungsausschluss, so kommt kein Vertrag zustande. Gegebenenfalls kann der Antragsteller das Angebot des Versicherers durch Unterschrift annehmen. Generell kann der Versicherte innerhalb einer Frist von 30 Tagen nach Erhalt der Police vom Vertrag zurücktreten. Die Antragsfragen müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden, da sie sonst Ihren Versicherungsschutz gefährden.

Gesundheitsprüfung
Vor der Aufnahme gibt es in der privaten Krankenversicherung die Risikoprüfung. Mittels Antragsfragen wird der Gesundheitszustand des zu Versichernden ermittelt. Bei bestehenden Vorerkrankungen kann der Versicherer einen Risikozuschlag fordern, die Vorerkrankung vom Versicherungsschutz ausschließen, oder den Antrag sogar ablehnen.

„Einmal Privat, immer Privat“,

ein Satz der so nicht ganz stimmt.
Angestellte Arbeitnehmer unter 55 Jahren

– Sinkt Ihr Einkommen unter die Jahresentgeldgrenze, so sind Sie wieder versicherungspflichtig und müssen in die Gesetzliche zurück.

– Bei Arbeitslosigkeit müssen Sie in der Regel ebenfalls wieder in die Gesetzliche
zurück.

Achtung: Sollten Sie doch einmal unter die Jahresentgeldgrenze fallen und in der Gesetzlichen versicherungspflichtig werden, so achten Sie bitte auf eine Anwartschaftsversicherung für die Private.

Personen über 55 Jahren
Sinkt Ihr Einkommen unter die Jahresentgeldgrenze oder wechseln Sie als Selbständiger wieder in ein pflichtversichertes Angestellenverhältnis, so sind Sie weiterhin versicherungsfrei und können nicht in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, wenn Sie in den letzten fünf Jahren zuvor nicht gesetzlich krankenversichert waren und mindestens die Hälfte der letzten 5 Jahre versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nicht versicherungspflichtig waren.

Selbständige
Wenn Sie als Selbständiger in ein Angestelltenverhältnis wechseln, bei dem Ihr Jahresbruttoeinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt, ist der Wechsel in die GKV möglich. Der bisherige private Krankenversicherungsvertrag muss innerhalb von zwei Wochen nach Eintritt der Versicherungspflicht, also z.B. nach Beginn des Angestelltenverhältnisses, rückwirkend zu diesem Zeitpunkt gekündigt werden und eine Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse bestehen. Haben Sie diese Frist verpasst, ist nur eine Kündigung zum Ende des Monats möglich, in dem Sie dem Versicherer die Versicherungspflicht nachweisen.

Wenn man seine bisherige berufliche Tätigkeit z.B. als Angestellter mit einem Jahreseinkommen über der Pflichtversicherungsgrenze oder als Selbständiger komplett aufgibt, wäre grundsätzlich auch eine Familienmitversicherung beim GKVversicherten Partner möglich. Einfach wieder in die Gesetzliche zurück – das geht laut Gesetz nicht. In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass einige gesetzliche Kassen gerne gutverdienende Neumitglieder aufnehmen.


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