Kautionsversicherung

In vielen Branchen, wie beispielsweise im Baugewerbe, Stahlbau, und Metallbau ist es üblich, dass bei der Vergabe von Kundenaufträgen Bürgschaften (auch Avale genannt) festgeschrieben werden. Oftmals sind diese sogar Voraussetzung für die Vergabe. Auftraggeber schützen sich so beispielsweise davor, dass der Auftragnehmer den Auftrag nicht vollständig ausführen kann (z.B. auf Grund einer Insolvenz) oder, dass die Ausführung Mängel beinhaltet. Die Bürgschaft kann entweder durch eine Bank oder eine Versicherung übernommen werden. Zumeist empfiehlt es sich eine Kautionsversicherung abzuschließen, welche als Alternative zum Bankaval die Liquidität erhöht und den Bankkreditrahmen nicht unnötig belastet.

Häufig gestellte Fragen

Grundsätzlich vor allem in den oben genannten Branchen empfehlenswert denn durch die Versicherung wird der Bürgschaftsrahmen des Unternehmers nicht unnötig belastet. Durch die Versicherung muss dem Auftraggeber vorab keine Kaution in bar gegeben werden. Der Versicherungsnehmer kann demnach auf ein Bankaval verzichten und auf seinen kompletten finanziellen Rahmen zurückgreifen.

Aus den Gründen Kautionsversicherung sind vor allem für kleine Unternehmen und Existenzgründer sehr attraktiv. Aber auch größere Unternehmen können so ihr Cash Management optimieren.

  • Gewährleistungsbürgschaft: Hierbei handelt es sich eigentlich um eine Mängelansprüchebürgschaft. Die Bürgschaft dient also zur Mängelbeseitigung für den Auftraggeber auch nach Auftragsabnahme. Der Bürge (also die Versicherung) übernimmt als Garantiegeber die in der Gewährleistungsfrist auftretenden Mängel.
  • Ausführungsbürgschaft: Diese Bürgschaft deckt das Risiko ab, dass ein Auftrag nicht abgeschlossen wird. Gründe dafür könnten bspw. die vorzeitige Insolvenz des Unternehmens sein. Deshalb wird die Ausführungsbürgschaft vor allem bei besonders umfangreichen Aufträgen abgeschlossen. Da solche Aufträge auch über eine sehr hohe Abschlusshöhe verfügen können, kann es auch sehr schnell zu hohen finanziellen Aufwänden für den Auftragnehmer kommen. Die Bürgschaft schützt allerdings nicht vor einer Insolvenz während der Gewährleistungsphase.
  • Vertragserfüllungsbürgschaft: Schützt den Auftraggeber vor der Insolvenz des Auftragnehmers. Die Vertragserfüllungsbürgschaft sichert den Zeitraum der Ausführungsphase und Gewährleistungsphase ab. Sie ist damit im Grunde eine Kombination von Ausführungs- und Gewährleistungsbürgschaft. Üblich ist im Baubereich eine Höhe von 10%.
  • An- und Vorauszahlungsbürgschaften: Diese Bürgschaft schützt vor der Insolvenz des Auftragnehmers vor Beginn der Ausführungsphase und somit vor dem Verlust der An- und Vorauszahlung des Auftraggebers an den Auftragnehmer. In der Baubranche sind Vorauszahlungen von 30-40% nicht unüblich. Üblich ist diese Art der Bürgschaft vor allem im Anlagen- und Maschinenbau.
  • Weitere Bürgschaften, welche versichert werden können: Bietungsbürgschaften, Bauhandwerkversicherungsbürgschaft. Diese Bürgschaften werden allerdings seltener verlangt und abgeschlossen.
    Hierbei gilt zu beachten, dass nicht jede Versicherung alle Formen der Kautionsversicherung anbietet. Selbstständige sollten sich daher vor Abschluss einer Kautionsversicherung genau informieren, ob die von ihnen benötigte Kautionsversicherungsform versicherbar ist.

    Ein Fliesenleger erhält den Auftrag, alle Böden einer Reihenhaussiedlung zu legen. Da der Auftraggeber weiß, dass es viel Zeit in Anspruch nehmen wird und sich davor absichern möchte, dass bis zur Fertigstellung des Auftrages der Fliesenleger eventuell Insolvenz geht, möchte dieser eine Ausführungsbürgschaft in Höhe von acht Prozent festgeschrieben wird. Die festzuschreibende Ausführungsbürgschaft in Höhe von acht Prozent wird von der Kautionsversicherung übernommen.
    Ein Maschinenbauer stellt einen Auftrag fertig. Nach Abnahme durch den Auftraggeber beginnen die fünf Jahre andauernde Gewährleistungsfrist des Maschinenbauers. Dieser müsste für Mängel innerhalb der Gewährleistungsfrist einstehen. Da der Auftraggeber eine Gewährleistungsbürgschaft in Höhe von 8 Prozent festschreiben möchte, werden diese von der Rechnungssumme beibehalten bis zum Ende der Gewährleistungsfrist von 5 Jahren. Die Kautionsversicherung kommt für die festgeschriebene Höhe von 8 Prozent während der Gewährleitung auf und der Maschinenbauer erhält sofort den vollen Betrag der Rechnungssumme.

    Was sind typische Praxisbeispiele der Kautionsversicherung?


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